Michael Wolan im KI-Interview bei Springer Professional – während manche Firmen die erste Digitalisierungswelle noch nicht hinter sich haben, sieht Springer-Autor Michael Wolan die nächste Generation der digitalen Transformation anrollen. Wie die VUCA-Welt und KI dabei das Management heraufordern, erläutert er im Gespräch.

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Springer Professional: Was verstehen Sie unter der nächsten Generation der digitalen Transformation, die ihrem Buch den Titel gibt?

Michael Wolan: Unsere digitalisierte Gegenwart ist geprägt von disruptiven Zukunftstechnologien sowie zunehmender Volatilität, Unsicherheit und Ambiguität. Gemeint ist damit die Mehrdeutigkeit der Faktenlage, die es erschwert, klare Ursache-Wirkungszusammenhänge zu erkennen und Entscheidungen mit gewohnter Sicherheit zu treffen. Hinzu kommen 20 Zukunftstechnologien, die sich untereinander verzahnen lassen und damit den technologischen Fortschritt beflügeln. Im Zentrum dieser vielen Technologien steht Künstliche Intelligenz. Diese Schlüsseltechnologie wird die Transformation von Unternehmen noch viel stärker prägen, als vielerorts angenommen

Die nächste Generation der digitalen Transformation ist vor allem eine Top-Management-Aufgabe mit gestiegener Breite und Tiefe von Transformationsmöglichkeiten. Um die Optionsvielfalt einzurahmen, habe ich in meinem Buch das „Transformationshaus“ entwickelt. Mit dessen 15 Räumen können Unternehmen ihre Transformation – abhängig von ihrer aktuellen digitalen Reife – strategisch präzise und ökonomisch erfolgreich vorantreiben.

Springer: Für manchen Geschäftsführer klingt KI noch nach Science Fiction. Da wird der Aufbau einer KI-Infrastruktur schwierig, KI-Geschäftsmodelle zu entwickeln erst recht. Wie überzeugen Sie einen Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, dass er jetzt in KI investieren sollte?

Michael Wolan: Viele Unternehmen weisen heutzutage noch nicht die nötige digitale Reife auf, um KI nutzbringend in ihrer Organisation einzusetzen und damit eine perspektivisch bessere Wettbewerbsposition zu erreichen. Das bedeutet, dass andere Transformationsbereiche Vorrang haben, bis das notwendige Fundament für den KI-Technologieeinsatz geschaffen wurde. Lassen wir viele romantisierende Mythen rund um KI mal weg, sprechen wir über anspruchsvolle mathematische Modelle, Algorithmen, Datenverständnis, Trainingszyklen und fortlaufende Anpassungen, um die Ergebnisgüte von KI-Anwendungen fortlaufend anzupassen. Am Ende ist das Ziel, dass ein Unternehmen über den KI-Einsatz ein besseres Ergebnis realisieren sollte als es vorher ohne KI-Einsatz möglich war.

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